Immer wieder liest man, dass in der Meerschweinchenfütterung ganz besonders auf einen niedrigen Kalziumgehalt geachtet werden sollte. Es gibt tatsächlich Tiere mit Kalziumverwertungsstörungen. Dieses Problem kann mit einer Mineralstofftherapie ausgeglichen werden. Generell aber gilt: Kalzium ist für jeden Organismus lebenswichtig. Kalzium ist der Baustoff für Knochen und Zähne. Ist ein Organismus mit Kalzium unterversorgt (durch übertrieben kalziumarme Ernährung oder einer Verwertungsstörung) wird Kalzium aus Zähnen und Knochen herausgelöst, was erstens für Kau- und Bewegungsapparat fatale Folgen hat und zweitens ein weiteres Problem nach sich zieht: Herausgelöstes Kalzium kann vom Körper nicht so leicht verwertet werden wie durch natürliche Nahrung zugeführtes. Es kommt zu Ablagerungen, zu Blasengries und gefährlicher Steinbildung.

Ein paar Zahlen: Knollensellerie enthält 50 mg Kalzium auf 100 g. Der Fenchel mehr als doppelt so viel mit 109 mg auf 100 g. Möhren enthalten 41 mg auf 100 g. Im Vergleich dazu die Gurke mit lediglich 15 mg auf 100 g.

Wieviel Kalzium Heu oder getrocknete Kräuter enthalten, kann man pauschal nicht sagen. Dies schwankt erheblich von Qualität zu Qualität. Sehr kräuterhaltiges Heu enthält mehr Kalzium als solches, welches mehrheitlich aus Gräsern besteht. Doch auch dies ist eine vage Aussage, gibt es doch in unseren Breitengraden über 2.000 Grasarten, deren Gehalt an Kalzium ebenfalls erheblich schwanken kann und sogar jahreszeitlich abhängig ist.

Bei Frischfutter jedoch sieht die Verwertung ganz anders aus. Frischfutter enthält bekanntlich viel Wasser. Und dies trifft nicht nur auf die Gurke zu, die mit 96,4 g Wasser auf 100 g sicherlich ein Spitzenreiter ist. Zum Vergleich enthält aber auch Knollensellerie 88,6 g Wasser, die Möhre 86,2 g, der Fenchel 86 g.

Richtig problematisch verhält sich die Frage bei Pellet-Futter, denn dort werden Vitamine und Mineralstoffe sowie natürlich auch die Spurenelemente künstlich zugesetzt. Alles, was künstlich zugesetzt ist, bereitet dem Körper weitaus größere Probleme bei der Verwertung. Hinzu kommt der sehr geringe Wassergehalt.

Viel sinnvoller bei zu Gries neigenden Tieren wäre die Gabe von Haferflocken, die einen erheblichen Gehalt an Magnesium aufweisen, nämlich 135 mg auf 100 g bei einem Kalziumgehalt von 57 g auf 100 g. Das Magnesium macht biochemisch gesehen das Kalzium viel leichter und besser verwertbar. Dies gilt übrigens für alle flockierten Getreidesorten, die eine ideale Ernährungsergänzung darstellen können, da sie äußerst bekömmlich sind.

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