guinea-pig-498848_1280Viele Halter denken, dass die Außenhaltung weniger Zeit und Arbeit in Anspruch nimmt. Das ist leider nicht so. Wenn die Tiere ordentlich gehalten werden sollen, ist der Aufwand größer als bei der Innenhaltung. Generell kann man jedes Meerschweinchen an die Außenhaltung gewöhnen. Die große Ausnahme sind Skinnys (Nacktmeerschweinchen).

Wie viele Tiere sich in Außenhaltung befinden spielt keine Rolle. Wobei mehrere Tiere im Winter Vorteile haben, wie z.B., dass sie sich gegenseitig wärmen können. Ganz wichtig bei der Außenhaltung ist auch, dass man Zeit hat seine Tiere täglich gut zu beobachten und die nötige Pflege zukommen zu lassen. Zu Beobachten ist, ob sie gut fressen und ihr Verhalten normal ist oder sie vielleicht krank sind. Kann man diese Zeit nicht erübrigen entgeht einem vielleicht, dass es einem Schweinchen nicht gut geht.

Auch in der Außenhaltung muss täglich für frisches Heu und Wasser gesorgt werden. Verdorbenes und nicht mehr fressbares Obst und Gemüse müssen entfernt werden und die Tiere müssen gefüttert werden egal ob es regnet, schneit oder stürmt. Das sollte man sich vor Augen halten bevor man sich für Außenhaltung entscheidet. Meerschweinchen haben auch Hunger und Durst wenn das Wetter schlecht ist.

Für Anfänger ist die Außenhaltung nicht empfehlenswert. Sie sollten lieber erst einige Erfahrungen mit der Innenhaltung machen oder sich zumindest guten Rat bei einem erfahrenen Halter holen, der seine Tiere in der Außenhaltung hat. Die Außenhaltung ist um Einiges teurer, weil das Gehege größer sein sollte als bei Innenhaltung und man dementsprechend mehr Streu, Stroh, Heu und auch Futter braucht.

Für die Außenhaltung sind 2-3 m² pro Tier sinnvoll. So können sie sich in der kalten Jahreszeit gut bewegen und sich somit auch warm halten. Häuser und Verstecke müssen groß genug sein und am besten mit Heu ausgelegt werden. Wenn mehrere Schweinchen in den Häusern Platz finden, können sie sich bei Kälte zusammen kuscheln und gegenseitig wärmen.

Sehr wichtig für die Außenhaltung ist das Schlafhäuschen. Es sollte ausreichend groß sein, dass alle Tiere in ihm Platz finden. In diesem Haus werden die Tiere bei schlechtem und kaltem Wetter Schutz suchen. Es muss absolut wetterfest sein und es darf sich keine Feuchtigkeit darin bilden. Das Schlafhaus sollte spätestens alle 3-4 Tage gesäubert werden. Im Winter sollte sehr viel Stroh und Heu für die Schweinchen zur Verfügung stehen, damit das Schlafhäuschen sehr gut und vor allem warm ausgepolstert ist. 10-15 cm Dicke ist gut gegen die Kälte.

Besonderheiten im Winter

Das Schlafhaus darf nie feucht werden, da sonst Erkältungen und andere Erkrankungen entstehen können. Die Tiere sollten einen enigermaßen großen und vor allem trockenen Auslauf haben, der interessant ist, damit sie sich bewegen und beschäftigen. Wenn sie Langeweile haben sind sie oft träge und fangen an zu frieren.

Wasser sollte öfters am Tag einer Kontrolle unterzogen werden um sicher zu gehen, dass es nicht einfriert und die Tiere Durst leiden. Bei Frostgraden hilft es das Wasser warm einzufüllen, da es dann nicht so schnell gefriert. Kleine Handwärmer unter den Näpfen haben auch schon gute Dienste geleistet.

Das Futter sollte kalorienhaltiger sein als im Rest des Jahres. Ein Zufüttern von gutem Trockenfutter kann sinnvoll sein, wenn die Schweinchen im Winter zuviel Gewicht verlieren, weil sie sehr viel Energie verbrauchen um sich warm zu halten. Da kann man kaltgepresste Pellets nehmen. Vitamin C-haltiges Futter stärkt das Immunsystem (Papirika, Petersilie usw.). Mehrere kleinere Futtereinheiten sind besser als eine große, vor allem bei Frischfutter (Obst und Gemüse), damit das Futter frostfrei bleibt. Gut sind in dieser Zeit alle Arten von Wurzelgemüse. Als Zusatz kann man auch Hafer-, Gerste- oder Erbsenflocken nehmen. Getrocknete Kräuter sind auch gut als Zusatz in der Winterfütterung.

quiek! Meerschweinchen-Magazin Sonderausgabe 1/2014

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